Was ist die „Complaint Helpline“ der Fair Wear Foundation?


Unsere Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation (FWF) ermöglicht uns einen direkten Draht in unsere Fabriken in Asien. Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, dass dort gute Arbeitsbedingungen herrschen. Selbst wenn wir nicht vor Ort sind, können wir über die sogenannte „Complaint Helpline“ der FWF erfahren, wenn es in den Nähereien an den Arbeitsbedingungen haken sollte. Hierüber können die Arbeiter neutral und anonym eine Beschwerde darüber einreichen, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen oder der Kodex für Arbeitsbedingungen in den Fabriken gebrochen wird.

 FWF Logo

Voraussetzung für das Funktionieren des Beschwerdeprozesses ist, dass die Mitarbeiter, Näher und Näherinnen in unseren Fabriken in Vietnam, Myanmar, China und Indien über ihre Rechte aufgeklärt sind. Dafür sorgen wir gemeinsam mit der Fair Wear Foundation durch Plakate, Informationsblätter und Arbeiterinterviews an den verschiedenen Standorten.

Fühlt sich ein einzelner Arbeiter oder eine Gruppe von Arbeitern in ihren Arbeitsrechten verletzt, kann er oder sie sich an den von der Fair Wear Foundation eingesetzten Betreuer vor Ort wenden, zu dem meist alle beteiligten Parteien in vertrauensvollem Verhältnis stehen. Dieser Betreuer gibt die Beschwerde gewissenhaft und ohne Kommentar an die Fair Wear Foundation weiter. Dort wird die Beschwerde geprüft und weiter untersucht. Das Mitgliedsunternehmen wird umgehend von der Fair Wear Foundation informiert und kann ebenfalls eine Untersuchung des Falles starten. Nach Untersuchung des Vorfalls, schlägt die Fair Wear Foundation einen Plan zur Problembehebung vor und beobachtet, ob dieser zum Erfolg führt. Abschließend fertigt sie einen vollständigen Bericht über den Vorfall an, der auf der Homepage der Fair Wear Foundation veröffentlicht wird.

Gab es bei FOND OF BAG bereits einen Beschwerdefall?

 

Ja. Im März 2017 erreichte die Fair Wear Foundation eine erste Beschwerde aus einer unserer Nähereien in Myanmar. Ein Arbeiter berichtete, dass seine Frau und er nicht fristgerecht und ohne Abfindung entlassen wurden. Nach Aussage des Arbeiters sei der Grund dafür gewesen, dass er nach einigen Arbeitstagen mit vielen Überstunden, einen Tag wegen Krankheit gefehlt habe.

Die Fair Wear Foundation begann unverzüglich mit der Prüfung des Falles. Zunächst wurde der beschuldigte Produktionsleiter der Fabrik befragt, der eine gegenteilige Stellungnahme bezog. Nach Produktionsverzögerungen in der Abteilung des Arbeiters habe man seine Frau und ihn im Arbeitsprozess voneinander getrennt. Daraufhin sei es zu einem heftigen Streit gekommen, der schließlich in Bedrohungen und Handgreiflichkeiten des Arbeiters gegenüber seinem Produktionsleiter eskalierte.

Aufgrund der gegenteiligen Stellungnahmen beider Parteien, beschloss die Fair Wear Foundation ein Team zur Untersuchung des Falles in die Fabrik zu schicken. Vor Ort führte dieses Team Gespräche mit anderen Arbeitern und Zeugen, die seitens des Arbeiters genannt wurden.

Die Lösung?


Nach Befragung aller Beteiligten und Zeugen, stellte die Fair Wear Foundation fest, dass der Arbeiter tatsächlich handgreiflich gegenüber dem Produktionsleiter geworden war. Dies hatten die Zeugen berichtet, die von dem Arbeiter selbst benannt worden waren. Erst auf diese Tätlichkeit hin, war der Arbeiter fristlos entlassen worden.

Die Fair Wear Foundation vermittelte zwischen den zwei Parteien, die sich schließlich auf eine Beendigung der Beschäftigung des Arbeiters einigten. Der Arbeiter erhielt eine Abfindung in Höhe von 1,5 Monatslöhnen inklusive Bonus und Überstunden. Gleichzeitig wies die Fair Wear Foundation aber darauf hin, dass eine Eskalation des Konfliktes durch die Produktionsleitung hätte vermieden werden können, wäre diese schon zu einem früheren Zeitpunkt auf die Unzufriedenheit des Arbeiters eingegangen.

Zum Bericht der Fair Wear Foundation (EN).

Mehr Informationen über unsere Mitgliedschaft bei der Fair Wear Foundation.