FOND
OF
Michael Wunsch

FOND OF Tomorrow - Thema: Geld und Wirtschaft

Schonmal über Morgen nachgedacht? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Film “Tomorrow”. Die Dokumentation zeigt mögliche Lösungen auf, um dem globalen ökologischen Kollaps entgegenzuwirken.

Im vierten Teil unserer Veranstaltungsreihe FOND OF Tomorrow drehte sich alles um Geld und Wirtschaft. Der Film zeigt Lösungsansätze, wie wir in Zukunft gemeinschaftlich und solidarisch wirtschaften können. Die Macher des Films treffen auf Pioniere für ein anderes Wirtschaften – wie Rob Hobkins, den Gründer der “Transition Town Totnes”, die ihr eigenes Regio-Geld erschaffen haben, die WIR-Bank in der Schweiz oder Emmanuel Druon, der CEO con Pocheco, eine Firma, die im Norden Frankreichs im EInklang mit der Natur und im echten Respekt vor ihren Mitarbeitern wirtschaftet.

Michael Wunsch

Als Gastredner war Michael Wunsch, Experte für Sozialunternehmen, vor Ort. Als Standortleiter für das Social Impact Lab Frankfurt und Mitgründer des Verbands Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland bietet er Unterstützung bei Social Startup Gründungen an. Er stellte im Anschluss verschiedene Projekte aus dem Bereich des Sozialunternehmertums vor.

Für alle, die nicht dabei sein konnten, fassen wir hier die im Film präsentierten Top 5 lokalen Lösungen für die Wirtschaft von morgen vor!

1) Regionales/alternatives Geld schöpfen

Um eine schnelle Zirkulation zu gewährleisten und lokale Wirtschaftskreisläufe zu stärken, gibt es in manchen Gebieten Regionalgeld. Diese regionale Währung hilft Menschen, selber vor Ort Kontrolle über das “Schmiermittel” der Wirtschaft zu bekommen. Das Geld gilt nur in der jeweiligen Region und verliert oft an Wert, wenn man es zu lange bei sich behält. Zusätzlich stärkt es die regionale Identität.

2) Geld öko-sozial verwalten und anlegen

Öko-soziale Banken finanzieren aus den Geldern ihrer Anleger Projekte im Bereich erneuerbare Energien, Bildung und ökologische Landwirtschaft. Die WIR-Bank in der Schweiz bietet zusätzlich auch eine alternative Währung an. Wie deutsche Banken in verschiedenen sozialen und ökologischen Themen abschneiden, kann im Fair Finance Guide eingesehen werden, der die Selbstverpflichtungen und Praxis ausgewählter Banken unter die Lupe genommen hat.

3) Solidarisch wirtschaften

Seit fast 170 Jahren liegt das Prinzip von Genossenschaften darin, gemeinschaftlich und solidarisch zu wirtschaften. Und sie sind ein Erfolgsmodell – einige der größten deutschen Unternehmen mit einer sozial-ökologischen Ausrichtung sind als Genossenschaft organisiert. Auch in den letzten Jahren gründen sich immer mehr Genossenschaften, die beispielsweise die Energiewende vorantreiben oder sich für solidarische Landwirtschaft einsetzen.

4) Sozial gründen und durchstarten

Viele junge Menschen erkennen soziale Probleme und wollen diese mit eigenen Projekten angehen. Für Sozialunternehmer gibt es eine ganze Reihe von Anlaufstellen in Deutschland, darunter das Impact Hub München oder das Colabor in Köln. Das enorm Magazin stellt regelmäßig inspirierende und hintergründige Geschichten vor. Wer nicht selber gründen, sondern erstmal Erfahrung sammeln möchte, findet bei Job-Plattformen wie “The Changer” passende Stellenausschreibungen für den Einstieg in den sozialen Sektor.

5. AUF AUGENHÖHE WIRTSCHAFTEN

Auch in ‘normalen’ Unternehmen kann man heute schon anders wirtschaften und damit erfolgreich sein. Und die Welt ist voll von gelungenen Beispielen. Von Agenturen, in denen die Mitarbeiter ihre Gehälter selber zusammensetzen und sich Chefs auf Zeit aus dem Team wählen hin zu Firmen, die ihren Angestellten 20% der Zeit für Experimente freigeben, in denen sich diese auch öko-sozialen Themen widmen können.

Viel diskutiert: Das bedingungslose Grundeinkommen

Nicht zuletzt hängt die Art, wie wir arbeiten können, auch von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Der wohl spannendste Ansatz ist hier das “Bedingungslose Grundeinkommen”. Anders als bei den bestehenden Sozialleistungen hätte jeder ohne Prüfung Anrecht auf ein “Grundeinkommen” – und damit die Freiheit, so zu arbeiten, wie er oder sie es für richtig hält.